Sylt für Anfänger

In unserer Ferienwohnung liegt ein MarcoPolo Heft. In diesem finden wir ein Vorschlag für eine kleine Rundreise über Sylt. Da es heutzutage auch eine Marco Polo App gibt, lade ich die Tour direkt auf mein Handy. Das funktioniert richtig gut, da man sie offline benutzen kann. 

Wir starten nach einem ausgiebigen selbstgemachten Frühstück Richtung Norden. Erster Stopp Wenningstedt. Dort gibt es auf der Düne einen sehr langen Steg. Auf der einen Seite den Strand und auf der anderen die kleinen reetgedeckten Häuser in der Hügellandschaft. Auf diesem Steg geht es bis zum roten Kliff. Wir biegen aber vorher runter zum FKK Strand ab. Keine Angst es folgen keine Nacktbilder, weder von uns, noch von Fremden. Denn es ist sehr stürmisch und ungemütlich. Dennoch laufen wir am Wasser zurück und lassen uns vom Sand bestrahlen. Wenn’s wenigstens schön machen würde…. aber es zwiebelt einfach nur ordentlich an den nackten Beinen. Frei nach dem Motto „Was uns nicht umbringt, macht uns härter!“ Wir bekommen einen Vorgeschmack, was es heißt im Norden zu sein. Mit reichlich Sand in den Augen und zwischen den Zähnen kommen wir zurück zum Parkplatz. Ja, das Glätteisen heute morgen, hätte ich mir sparen können.
Weiter gehts nach Kampen. Hier wohnen die Schönen und die Reichen. Im Reiseführer wird uns die Kupferkanne empfohlen. Das ist ein Café  in den Hügeln mit „fast Meerblick“. Das Meer ist nämlich schon noch ein Stück entfernt. Der Garten ist wunderschön angelegt und man kann hier wirklich guten Kuchen bekommen und sehr stilvoll zwischen den Büschen verteilt sitzen. Wenn…., ja wenn nicht gerade Corona Time ist und man erst mal eine halbe Stunde anstehen muss, bis alle die obligatorischen Zettel ausgefüllt haben.
Deshalb entschließen wir uns lieber für ein Picknick mit unserem mitgebrachten Brötchen an den Wanderdünen. Die sind nämlich unser nächstes auserkorenes Ziel. Ganz im Norden unterhalb des sogenannten Ellenbogen kann man sie finden. Man … aber WIR haben nur EINE kleine Düne entdeckt. Wahrscheinlich sind wir von Fuerteventura andere Dünenausmaße gewohnt. Ei ei ei …. wenn das hier ein Sylter liest, bitte nicht schimpfen, sicher haben wir nicht die richtigen Wanderdünen gefunden.
Ach ja wir wollten doch picknicken. Wir haben es versucht. Haben uns tapfer auf eine Bank gesetzt, aufs Watt geschaut und unser Vesperpaket ausgepackt. Aber mit Haaren im Mund und zitternden Beinen war es irgendwie nicht so romantisch. Also haben wir die letzten Brötchenreste im warmen Auto völlig unromantisch verspeist.
Weiter gehts nach List zum Hafen.  Hier gibt‘s die nördlichste und bestimmt auch größte Fischbude und natürlich auch die berühmteste: Das Gosch! Natürlich holen wir uns Fischbrötchen und setzen uns in die kleinen Buden direkt nebendran.
Wir lachen uns schlapp, da eine Möwe einem ahnungslosen Fischbrötchenbesitzer äußerst geschickt und präzise ein Stück vom selben abbeißt. Ein Bild wie im Film, als er hinter dem Dieb laut schimpfend hinterher läuft und danach mit sich hadert, die Reste in den Müll zu werfen. Dann aber doch der Hunger überwiegt und er beherzt seinen Snack hinunterschlingt, bevor er es noch einmal unfreiwillig teilen muss. Du weißt doch: Schadenfreude ist die schönste Freude….
Herrn Gosch persönlich, bekommen wir auch noch zu Gesicht. Man sieht es ihm an, dass das was er tut, sein Leben ist. Denn er er hilft immer noch im Geschäft, obwohl er sich sicher schon längst mit einen Schirmchen – Getränk hätte zur Ruhe setzen können. Wundervoll, wenn einer so sehr liebt, was er tut.

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