Wattwanderung für kleine Piraten

Heute Vormittag ist Strandtag angesagt, nur leider weiß das das Wetter noch nicht. Aber egal, wir mieten uns einen Strandkorb und darin ist es ohne Wind sogar ein bisschen warm. Unser Herzkind wagt mit seinem Neoprenanzug sogar den Sprung ins kalte Nass und ist glücklich. Wir holen uns einen heißen Kaffee und verstehen jetzt, warum es an der Strandkorbvermietung Kuscheldecken zu kaufen gibt. Sommerurlaub an der Nordsee ist doch definitiv ein bisschen anders als auf Mallorca. 😉

Auf der Internetseite der Touristeninformation Sylt kann man sich im Vorfeld über die Veranstaltungen informieren. Dort hatte ich eine Piratenwattwanderung für uns gebucht. Also heißt es heute Nachmittag: warme Sachen an und los. Treffpunkt ist die Kampener Vogelkoje. Leider kommen wir schon im Regen dort an und fast überwiegt die Lust, sich schnell wieder zurück in unsere Wohnung zu kuscheln. Aber gebucht ist gebucht und so gehts auch schon los. Natürlich ist es eine schöne Erfahrung, die Wattwanderung barfuß zu machen. Und wie sich herausstellt, ist das eigentlich ganz angenehm, da der matschige Schlamm wärmer ist, als die Außentemperatur. Denn so haben wir unsere Fußbodenheizung dabei.

Unsere Wattführerin berichtet auch direkt von ihrem Opa, einem alten Piratenkapitän, der doch tatsächlich seinen Schatz hier irgendwo versteckt hat. Mit einer Schatzkarte ausgerüstet gehts auch direkt los. Wir erfahren sehr viel über die Gezeiten, wie sie entstehen und was das mit dem Meer und den Tieren macht. In einem Quadratmeter Wattmeer leben so viele Tiere, die, würde man sie zusammen packen, genauso schwer sind wie ein Kaninchen. Nicht umsonst laufen wir durch ein Naturschutzgebiet. Die Kinder dürfen alles aufsammeln was sie finden. Und auf einem Haufen gelegt, erfahren wir die einzelnen Namen und Besonderheiten der Muscheln, Krebse etc. Wir können sogar beobachten, wie sich eine Herzmuschel wieder in den Sand eingräbt. Einen Wattwurm bekommen wir natürlich auch noch gezeigt. Das es davon reichlich gibt, sieht man an den vielen Sandkringel, die die Wattwümer ausscheiden. Nun fängt es richtig an zu schütten und wir merken, dass wir noch ein bisschen an unserer Funktionskleidung arbeiten müssten.

Zum Schluss kommen wir noch zum Schlickwatt, in dem wir richtig tief einsinken und wir verstehen nun, warum es sinnvoll ist, nur mit einem Wattführer unterwegs zu sein. Denn allein in einem riesigen Schlickfeld zu landen, ist sicherlich nicht so lustig. Wir hingegen haben richtig viel Spaß, denn wir haben nun jeder schwarze Strümpfe aus Schlick an.

Der Schatz wird natürlich auch noch unter allen Piraten gerecht geteilt

Es war ein wirklich schönes und interessantes Erlebnis für uns alle, auch wenn wir richtig durchgefroren zu Hause erst mal darum kämpfen, wer als erster unter die heiße Dusche darf…

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