Dominica – traurige Perle der Karibik

Unser erstes Ziel ist Dominica. Für heute hatte ich im Vorfeld einen Ausflug gebucht: „Dominica an einem Tag“ Es ging ziemlich entspannt um 10:30 Uhr mit einem kleinen Bus los.

Wir sind eine kleine Gruppe von ca 20 Personen und haben einen sehr netten deutsch sprechenden Guide aus Dominica. Der erste Stop ist ein kleiner botanischer Garten mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern aus der ganzen Welt. Am spektakulärsten fanden wir den großen Tarzanbaum mit langen Luftwurzeln, an die man sich hängen kann, wenn man möchte.

Im Jahre 1978 ist Dominica für unabhängig erklärt worden. Dafür gab es als Geschenk von Canada einen gelben Schulbus. Leider fiel 1979 ein Affenbrotbaum durch den Hurrikan David direkt auf ihn, bevor er überhaupt zum Einsatz kam. Dieser zerquetschte Bus liegt heute noch als Erinnerung in dem Garten.

Leider wird Dominica recht häufig von Wirbelstürmen heimgesucht. Im September 2017 kam Hurrikan Maria mit solcher Wucht über die Insel, dass alles was grün war, einfach weggefegt wurde. Jeffrey erzählte uns von diesem traumatischen Ereignis. Er hatte es selbst miterlebt und ich konnte seine Schockstarre immer noch spüren. Er erzählte uns, dass er in einem Steinhaus war und es dauerte Stunden, nur unterbrochen von 20 min absoluter Stille (dem Auge des Hurrikans) in denen das Haus ganz fürchterlich laut brummte und vibrierte. Danach sah es aus: „wie nach einem Atomschlag“ Und jetzt nach einem halben Jahr kann man das Ausmaß der Zerstörung immer noch erahnen. Der Regenwald sieht aus, wie abrasiert, viele Palmen sind weggeknickt wie Streichhölzer und 40 Prozent der Einwohner haben immer noch keinen Strom. Denn die Bäume haben beim umfallen die Stromleitungen mit umgerissen.

Nach einem kurzen Fotostopp, von dem man eine gute Sicht über die Hauptstadt Roseau mit der „Mein Schiff“ im Hintergrund hatte, ging es weiter in den Regenwald, in dem wir zu einem kleinen Wasserfall laufen wollen. Wo es sonst eigentlich ein grünes Blätterdach gibt, ist nun ein Weg unter freiem Himmel. Aber es ist trotzdem sehr schön, da die Natur sich schon wieder ein wenig erholt hat. Wir entdecken kleine wilde Orchideen, schnuppern Lemongras und Zimtrinde. Jeffrey erklärt uns, dass es ca. 30 Jahre dauern wird, bis alles wieder so wird, wie es einmal war. Nach einem ca. 20 minütigen Fußmarsch über teils unebenen Wegen, erreichen wir den idyllischen Wasserfall Twinfalls. Wie der Name schon sagt, gibt es noch einen zweiten, aber den können wir nicht erreichen, da der Weg dorthin noch nicht frei geräumt wurde. Wer möchte kann in dem kleinen See davor Baden, aber wir belassen es bei ein paar Steinen ins Wasser werfen. Das macht dem Herzkind sowieso am meisten Spaß.

Unser Mittagessen bekommen wir von den Ureinwohnern Dominicas, den Kariben. Es gibt eine köstliche Pumkinsuppe mit Kokosmilch und Knoblauch verfeinert. Und außerdem gibt es Süßkartoffeln, eine gekochte Wurzel, dessen Name ich vergessen habe und verschiedene Salate. Vegetarisches Herz was willst du mehr! Die Kariben zeigen uns danach ihren traditionellen Tanz.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen kurzen Stopp an einer kleinen Bucht.

Dominica ist vulkanischen Ursprungs und deshalb ist der Sand hier schwarz. Es macht mich unheimlich traurig zu sehen, was der Sturm angerichtet hat. Denn hier ist es eigentlich wunderschön, aber die Palmen liegen auch hier noch ziemlich Kreuz und quer.

Seit dem Sturm lassen die meisten Kreuzfahrtschiffe Dominica aus, was natürlich für die Wirtschaft einen ziemlichen Einbruch bedeutet. Mein Schiff ist die einzige Flotte die im Moment noch hier her kommt. Wir hoffen für das Land, dass es sich ganz rasch ändert. Denn trotz der Zerstörung- Dominica ist eine Perle der Karibik.

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