Hafen in Hörnum

Der Wetterbericht hat gute Neuigkeiten. Der Regen soll heute Vormittag aufhören und es gibt NUR noch Orkanböen. Na dann, auf in den Sturm …

Wir fahren nach Hörnum zum Hafen. Dort können wir der Kegelrobbe Willi zuwinken, die im Hafenbecken lebt.
Ein weiteres Sylter Urgestein ist Stefan. Der steht mit seinem blauen Jeep unübersehbar am Hafen und er ist eine so sonnige Seele, die einem ganz warm ums Herz werden lässt. Er ist ca. 3 Monate Im Jahr in der Sahara unterwegs und sammelt Steine in denen Millionen Jahre alte, versteinerte Ammoniten eingeschlossen sind. Unser Herzkind darf sich ein Stein aussuchen und diesen mit Nassschleifpapier bearbeiten. Die Körnung wird immer feiner und der Ammonit kommt immer klarer zum Vorschein. Das ganze dauert schon ein Weilchen und so dürfen wir Eltern natürlich auch ab und zu mit ran. Den Hochglanz erhält der Stein am Poliermotor von Stefan persönlich. 
Unser Ammonit ist 360 Millionen Jahre alt und Stefan hat ihn in Algerien gefunden. Als wir nach dem Preis fragen, sagt er: „Heute bei dem Wetter? Da kann ich doch nichts verlangen…“ Als ein paar interessierte Kunden vorbei schauen sagt er nur: „Ich habe hier Kinder, die fleißig arbeiten, da habe ich doch keine Zeit, was zu verkaufen“ Er hat extra für zwei ausdauernde Kinder, die schon seit 12 Stunden! (über 2 Tage verteilt) mit der Hand schleifen, ein Zelt aufgebaut. Stefan ist ein so besonderer Mensch, dem der Schalk im Nacken sitzt. Irgendwie erinnert er mich an Pippi Langstrumpf.… Es gibt einfach Menschen, die zeigen dir auf so eindrucksvolle Weise, es braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Vielen Dank für die schöne Zeit! 
Nun klart auch der Himmel auf und wir entschließen uns dafür, in die Strandbar „Tadjem Deel“ einzukehren. Eigentlich wollten wir uns mal die berühmte „Sansibar“ anschauen, aber schon auf dem Parkplatz steht eine Menschenschlange, die auf den Mercedesshuttle wartet, der sie standesgemäß zur Bar bringt. Zu Fuß darf man auch nicht, da alle Tische besetzt sind. 
Wir sind mit unserer Alternative sehr zufrieden. Hier ist alles noch sehr ursprünglich, aber gut. Ich nehme den Milchreis, der sehr fein ist. Jetzt wollen wir noch das Meer sehen. Hier kann man das Wattmeer und die Strandseite gleichzeitig sehen. Das ist ziemlich cool.
Mit blauem Himmel, sieht alles natürlich traumhaft aus. Da der Wind aber noch ordentlich bläst, gibt die Nordsee alles. Sie frisst sich in den Strand und ich kann nun verstehen, wie sehr die Sylter mit den Naturgewalten um ihr Land kämpfen müssen. Wir lassen uns noch mal ordentlich durchpusten und genießen die salzhaltige Luft. Sylt ist rau und wunderschön! 

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